40 Jahre Abitur am Staatlichen Gymnasium (heute Mons-Tabor-Gymnasium) Montabaur
Jubiläumstreffen am Samstag, 15. Juni 2019



Als wir vom Vorbereitungsteam uns Anfang des Jahres 2019 das erste Mal trafen, überlegten wir uns, wie das Jubiläumstreffen aussehen könnte. Sollte man die Veranstaltung unter ein Motto, z.B. "Siebziger Jahre", stellen?
Oder sollte man die Schule, die ja zwischenzeitlich in andere Gebäude umgezogen war, besichtigen? Oder das alte Schulgebäude besuchen?
Letztendlich kamen wir aber zu dem Schluss, dass das Wiedersehen im Mittelpunkt stehen und genügend Zeit für Gespräche und den Austausch von Erinnerungen da sein soll und daher verzichteten wir auf ein umfangreiches Rahmenprogramm. Es gab nur zwei Eckpfeiler, die wir über den Tag verteilt anboten.

Treffpunkt war um 15.00 Uhr im Cafe des b-05 im Stadtwald Montabaur.
Dort gab es bei herrlichstem Sonnenschein Kaffee und Kuchen und die Möglichkeit einer Besichtigung der Bunkeranlagen und der Ausstellung, die dort im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz stattfindet. Während einige im Anschluss die mitgebrachten Autos bevorzugten, um zurück nach Montabaur zu gelangen, wanderten die Hartgesottenen ab ca. 17.30 Uhr die knapp sechs Kilometer durch den Stadtwald und über den Trimmpfad in die Stadt und dort an unserem alten Schulgebäude, der heutigen Anne-Frank-Realschule, vorbei. Auch wenn man bei der ursprünglichen Planung einer offiziellen Besichtigung des Gebäudes eine Absage erteilt hatte, bot sich doch die Möglichkeit eines kurzen Besuchs, da just in dieser Woche mit dem Höhepunkt am Samstag die Festwoche anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Anne-Frank-Realschule stattfand. Getränkepavillon und Livemusik waren zwar nicht für uns aufgebaut, dennoch genossen wir beides gerne und schossen bei dieser Gelegenheit auch noch ein Erinnerungsfoto auf der altehrwürdigen Eingangstreppe zwischen Pausenhof und Lehrerzimmer. Von dort brachen wir gegen 19 Uhr zu unserer letzten Station gegenüber des alten Bahnhofs, dem Restaurant "Alla Vecchia Stazione" unserer Mitabiturientin Susanne auf.

Hier verbrachten wir einige wunderschöne Stunden mit italienischen Köstlichkeiten. Wie immer bei solchen Gelegenheiten dauerte es keine zwei Minuten und es saßen sich keine gesetzten und seriösen Erwachsenen mehr gegenüber, sondern gut gelaunte Pennäler mit Wiedersehensfreude und in Feierlaune. Viele der zahllosen Gespräche drehten sich um alte Geschichten, Lehrer und Schüler und natürlich auch um Ulrich, Klaus und Michael, die nicht mehr bei uns sein konnten und die dennoch in unseren Gedanken ständig anwesend waren.

Erwähnenswert ist noch eine Aktion, die einem Abiturienten gewidmet ist, der genau 40 Jahre nach uns vor wenigen Wochen sein Abitur gemacht hat und der derzeit den Kampf seines Lebens kämpft. Lorenz "Nepomuk" Schmidt, ein Großneffe unseres Mitabiturienten Markus, befindet sich zur Zeit in einer Hochdosis-Therapie gegen einen Tumor, den er selbst Jörg nennt und dem der Hashtag #FuckJörgAgain gilt. Nepomuk führt eine Art Tagebuch seiner Erkrankung auf YouTube und Instagram. Die gesamte Abiturientia 1979 schickte mit einem eigens arrangierten Gruppenfoto die besten Wünsche und Grüße an Nepomuks Instagram-Account.

Wie immer verging die Zeit viel zu schnell. Die, die noch Zeit und Lust hatten, das Wochenende entspannt ausklingen zu lassen, trafen sich am nächsten Morgen zum Frühstück im Hotel Schlemmer, wo uns, quasi als Sahnehäubchen, für einige Zeit unsere ehemalige Lehrerin Frau Wanner, die in diesem Jahr ihr neunzigstes Lebensjahr vollendet, Gesellschaft leistete. Alle waren sich einig, dass die Zusammenkunft mal wieder ein großer Erfolg war und es fiel auch schon der Startschuss für die Planungen des nächsten Treffens, das bereits im nächsten Jahr stattfinden könnte. Was bleibt, sind die Erinnerung und die Freundschaft.

Udo Herkenroth
im Juni 2019